Musikproduktion





theatermusik


Erde und Asche


Erde und Asche

von Atiq Rahimi

Bühnenfassung für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg von Laurent Chétouane und Jan Hein

Deutsches Schauspielhaus Hamburg
Uraufführung 

Regie und Bühne: Laurent Chétouane
Kostüm: Patricia Talacko
Musik: Lenard Schmidthals
Es spielt: Hans Diehl
Cello: Emil Klein

Theaterkritik: Hamburger Abendblatt 28. April 2003



Hörprobe: Erde und Asche - Extro

Erde und Asche Noten


Weißt du, Vater, der Schmerz schmilzt entweder und rinnt aus den Augen oder er wird zu einem Dolch und legt sich auf die Zunge oder aber er verwandelt sich in eine Bombe. Eine Bombe, die eines Tages hochgeht und dich zerbersten lässt...  

In Erde und Asche erzähle ich die Geschichte dreier Generationen: der alte Großvater repräsentiert die Vergangenheit mit ihren Traditionen und ihrem Ehrenkodex; der Vater, der in einer Kohlemine arbeitet, steht für die Gegenwart, also für die Generation, die vom Kommunismus verraten wurde; und das taube Kind, das nicht begreifen kann, warum die Welt plötzlich verstummt ist, weil man in diesem Alter noch nichts vom Taubwerden weiß, steht für die Zukunft. Es hat durch die Bombarde- ments das Gehör verloren, begreift aber nicht, dass es selbst nichts mehr hört, sondern glaubt, die Welt sei verstummt. Es bildet sich ein, der Krieg vernichte die Stimmen der anderen. So breitet sich zwischen den Generationen das Schweigen aus. Der Alte kann seine Trauer über die Zerstörungen, deren Zeuge er wurde, nicht mit dem Sohn teilen, weil er ihm die grausame Wahrheit nicht zumuten will, und der Enkel kann ihn nicht hören. Wer bleibt ihm, wenn er sich in seiner Erschütterung offenbaren will, außer ihm selbst?  

Aus einem Interview mit Atiq Rahimi